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Schlafprobleme angehen

Viele Kinder mit AD(H)S oder Autismus haben Schlafprobleme. Das Einschlafen dauert ewig, die Nächte sind unruhig, der Morgen kommt zu früh.

Warum ist Schlaf so schwierig?

  • Gedankenkarussell: Das Gehirn kommt nicht zur Ruhe
  • Körper noch aktiv: Bewegungsdrang passt nicht zum Schlafen
  • Reizverarbeitung: Der Tag wird nachts verarbeitet
  • Melatonin-Rhythmus: Oft verschoben oder unregelmäßig

Abendroutine aufbauen

Struktur ist alles

  • Immer gleiche Abfolge: Bad, Zähneputzen, Geschichte, Licht aus
  • Immer gleiche Zeit: Auch am Wochenende ähnlich
  • Visuelle Hilfe: Ablaufplan mit Bildern

Zeitpuffer einplanen

Beginne die Routine früh genug. Wenn das Kind um 20 Uhr schlafen soll, starte um 19 Uhr.

Reize am Abend reduzieren

1-2 Stunden vor dem Schlafen

  • Kein Bildschirm: Blaues Licht unterdrückt Melatonin
  • Kein wildes Spielen: Toben macht wach
  • Ruhige Aktivitäten: Vorlesen, Hörspiel, Malen
  • Licht dimmen: Signalisiert dem Körper "bald Schlafenszeit"

Im Kinderzimmer

  • Dunkel: Verdunkelungsvorhänge
  • Kühl: 16-18 Grad sind optimal
  • Ruhig: Geräuschkulisse reduzieren
  • Aufgeräumt: Weniger Reize, weniger Ablenkung

Einschlafhilfen

Was vielen hilft

  • Gewichtsdecke: Gibt Sicherheit und Ruhe
  • Weißes Rauschen: App oder Gerät mit Meeresrauschen
  • Nachtlicht: Wenn Dunkelheit Angst macht
  • Hörspiel oder Musik: Leise, immer das gleiche
  • Kuscheltier oder Duft: Vertraute Sinneseindrücke

Körperliche Beruhigung

  • Festes Einwickeln in die Decke ("Burrito")
  • Massage der Füße oder des Rückens
  • Tiefe Atemübungen gemeinsam machen

Wenn das Kind nicht alleine einschläft

Das ist bei vielen neurodivergenten Kindern völlig normal. Mögliche Lösungen:

  • Daneben liegen: Bis das Kind eingeschlafen ist
  • Im Türrahmen sitzen: Präsenz ohne Körperkontakt
  • Schrittweise Abstand: Jeden Abend etwas weiter weg
  • Oder akzeptieren: Manche Kinder brauchen es länger

Nächtliches Aufwachen

  • Nicht diskutieren: Wenig Worte, wenig Licht
  • Routine: Immer gleich reagieren
  • Selbstständigkeit fördern: Was kann das Kind selbst tun?
  • Ursachen prüfen: Albträume? Geräusche? Harndrang?

Medizinische Unterstützung

Sprich mit dem Arzt über:

  • Melatonin: Kann bei AD(H)S/Autismus helfen
  • Eisenwerte prüfen: Mangel kann Schlaf stören
  • Schlafstörungen abklären: Schlafapnoe etc.

Für dich als Elternteil

Wenn dein Kind nicht schläft, schläfst du auch nicht. Das zehrt.

  • Wechselt euch ab, wenn möglich
  • Schlaf nach, wenn ihr könnt
  • Das wird besser – auch wenn es sich nicht so anfühlt

Schlaf ist in unserer Gruppe ein häufiges Thema. Du bist nicht allein damit.